{"id":1080,"date":"2026-10-28T13:34:34","date_gmt":"2026-10-28T13:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/?page_id=1080"},"modified":"2026-10-28T13:34:34","modified_gmt":"2026-10-28T13:34:34","slug":"intonation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/?page_id=1080","title":{"rendered":"Intonation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle T\u00f6ne, die man auf einem Zupfinstrument mit feststehenden B\u00fcnden spielt, sollten zusammen passen. Die Notwendigkeit zur Intonation entsteht dadurch, dass die Saitenspannung durch das Niederdr\u00fccken der Saiten erh\u00f6ht wird und damit der Ton. Wenn beispielsweise das zw\u00f6lfte Bundst\u00e4bchen genau in der Mitte zwischen dem Sattel und der Stegeinlage l\u00e4ge, dann kl\u00e4nge der Ton im zw\u00f6lften Bund h\u00f6her als die Oktave der gleichen, leer angezupften Saite. Es soll an der Stelle aber die Oktave erklingen. Deshalb ist der Abstand vom zw\u00f6lften Bundst\u00e4bchen zum Auflagepunkt auf der Stegeinlage bei Standard-Gitarren in der Regel etwa zwei Millimeter gr\u00f6\u00dfer als der Abstand vom zw\u00f6lften Bundst\u00e4bchen zum Sattel. Damit ist schon etwas f\u00fcr die Kompensation der erh\u00f6hten Spannung geleistet, weil das Saitenst\u00fcck vom zw\u00f6lften Bundst\u00e4bchen bis zur Stegeinlage &#8222;eigentlich&#8220; zu lang ist, aber st\u00e4rker gespannt und damit h\u00f6her klingt, jetzt passend gestimmt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kommen weitere Faktoren hinzu, beispielsweise die Steifigkeit der Saiten, weshalb Stegeinlagen oft schr\u00e4g in den Stegeingelegt, oder auch zweiteilig sind. F\u00fcr eine &#8222;perfekte&#8220; Intonation m\u00fcsste man jede Gitarre f\u00fcr bestimmte Saitens\u00e4tze intonieren&#8230;aber es bleiben da noch die unterschiedlichen Kr\u00e4fte, mit denen die Saiten von unterschiedlichen Menschen niedergedr\u00fcckt werden. Also: &#8222;perfekt&#8220; geht nicht, aber m\u00f6glichst gut! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Intonation ist eine besonders wichtige Aufgabe, wenn man auf h\u00f6heren B\u00fcnden gegriffene T\u00f6ne mit T\u00f6nen auf nicht gegriffenen Saiten kombiniert und wenn man mit anderen Instrumenten, mit eindeutig definierten T\u00f6nen, zusammen Musik klingen lassen will. (Gro\u00dfz\u00fcgige Streicher oder Posaunisten k\u00f6nnten sich anpassen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Ukulelen ist das ein besonders wichtige Thema, weil bei der kurzen Mensur zwischen 350 mm und 530 mm  die zus\u00e4tzliche Spannung der Saiten durch das Niederdr\u00fccken der eher weichen Saiten auf die Bundst\u00e4bchen einen st\u00e4rken Effekt hat, als bei Gitarren, mit beispielsweise einer Mensur von 650 mm. Das gilt insbesondere f\u00fcr die C-Saite, die dritte Saite von unten, die besonders dick und steif ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um eine m\u00f6glichst gute Intonation (hier im Beispiel eine Tenor-Ukulele mit einer Mensur von 435 mm) zu erreichen, habe ich zun\u00e4chst die Saitenlage \u00fcber dem ersten Bund sehr niedrig eingestellt, dass hei\u00dft: die Schlitze f\u00fcr die Saiten in mehreren Schritten vorsichtig tiefer gefeilt. Dadurch muss man die Saite nicht weit nach unten dr\u00fccken, wenn man im ersten Bund mit den Fingern unterwegs ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend habe ich die Stegeinlage so niedrig gefeilt, dass der Abstand der Saiten \u00fcber dem&nbsp; 12. Bund etwa 2,5 mm betr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im letzten Schritt habe ich die Auflagepunkte der vier Saiten auf der Stegeinlage mit der Feile grob vor-eingestellt. Dass hei\u00dft, f\u00fcr die d\u00fcnne G-Saite (4.) weit nach vorne in Richtung des Griffbretts verlegt, f\u00fcr die C-Saite (3.) weit nach hinten zum Endblock und f\u00fcr die C-Saite (2.) ein wenig weiter nach vorne zum Griffbrett, f\u00fcr die ebenfalls recht d\u00fcnne A-Saite (1.) noch ein wenig weiter in Richtung des Griffbretts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach diesen Grobeinstellungen habe ich mit der kostenlosen Software &#8222;Audacity&#8220; die Frequenzen analysiert. Dazu nutze ich bei Ukulelen die Frequenzen der leer angezupften Saiten und die der im 12. Bund niedergedr\u00fcckten Saiten und vergleiche die Grund und Obert\u00f6ne. (Dazu gibt es mehr Details im Men\u00fc \u201eInnovationen\u201c dieser Website.) Das Ergebniss der ersten Analyse, aufbereitet mit Hilfe eines Excell Rechenblatts, ist in der folgenden Grafik als rote Linie zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1542\" src=\"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-834\" style=\"aspect-ratio:1.6601815823605708;width:2560px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-scaled.jpg 2560w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-scaled-300x181.jpg 300w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-150x90.jpg 150w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-768x462.jpg 768w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-1536x925.jpg 1536w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Intonation-3-2048x1233.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Anpassungsprozess an der Stegeinlage habe ich zweimal wiederholt, bis ich \u00fcber die blaue bei der gr\u00fcnen Linie angekommen bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie man der Grafik entnehmen kann, sind alle Saiten fast bei ihrem Idealwert (Null-Abweichung der T\u00f6ne der Leer-Saite im Vergleich zur ihrer gegriffenen Oktave am 12. Bund.) angekommen. Wenn man die Ukulele noch besser intonieren wollte, k\u00f6nnte man f\u00fcr die C und E Saiten den Auflagepunkt noch um etwa 0,2 mm weiter in Richtung des Endblocks verschieben. Allerdings:&#8230;recht schwierig mit der Feile und leichteres oder festeres Niederdr\u00fccken der Saiten f\u00fchrt zu deutlich st\u00e4rkerer Verstimmung der Ukulele, als die 0,2 mm Distanz auf der Stegeinlage!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie stark liegen die T\u00f6ne jetzt neben der perfekten Intonation?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle zeigt die Abweichungen der Teilt\u00f6ne der leer angezupften Saiten von denen der leicht auf das zw\u00f6lfte Bundst\u00e4bchen gedr\u00fcckten Saiten in Prozent und in Cent.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"513\" height=\"558\" src=\"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Frequenzabweichungen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-835\" style=\"aspect-ratio:0.9193548387096774;width:513px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Frequenzabweichungen.jpg 513w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Frequenzabweichungen-300x326.jpg 300w, https:\/\/wilke-gitarrenlabor.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Frequenzabweichungen-138x150.jpg 138w\" sizes=\"auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Berechnung der Frequenzabweichungen in Cent habe ich mit dem Rechner auf der Seite:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/sengpielaudio.com\/Rechner-centfrequenz.htm\">https:\/\/sengpielaudio.com\/Rechner-centfrequenz.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">berechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle zeigt, keine der Teilton Differenzen erreicht die H\u00f6rbarkeitsschwelle, die im Frequenzbereich von etwa 2000 Hz bei 3 Cent liegt. In allen anderen Frequenzbereichen liegt die H\u00f6rbarkeitsschwelle f\u00fcr Tonunterschiede h\u00f6her als 3 Cent, im Bereich von 500 Hz beispielsweise bei mindesten 6 Cent, bei sehr lauten und sehr leisen T\u00f6nen noch deutlich h\u00f6her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle T\u00f6ne, die man auf einem Zupfinstrument mit feststehenden B\u00fcnden spielt, sollten zusammen passen. Die Notwendigkeit zur Intonation entsteht dadurch, dass die Saitenspannung durch das Niederdr\u00fccken der Saiten erh\u00f6ht wird und damit der Ton. 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